Geschichte von Eime und Umgebung

Die erste urkundliche Erwähnung Eimes stammt vom 24.Juli 1209.
Dort heisst es:

'Bischof Hartbert von Hildesheim überträgt dem Andreasstift daselbst den zehnten mit 3 Hufen Land und einem Hofe zu Egem, welche Bodo von Homburg dem Bischof resigniert hatte, nachdem er von dem Pfarrer Magister Johannes und dem Kapitel des Andreasstiftes 240 Mark empfangen.'

Der Ort wird in den ältesten urkundlichen Erwähnungen Egem, Eygem, Eyem und Eiern genannt.
Man kann davon ausgehen, dass er ursprünglich Egenheim oder Eginheim (= Heim des Egin) geheissen hat und somit fränkischen Ursprungs ist.

Das Gebiet um Eime war zu Beginn der christlichen Zeitrechnung von Germanenstämmen bevölkert. Römische Legionäre drangen bis in unsere Gegend ein. (Schlacht am Teutoburger Wald)
Mit der Völkerwanderung (4. Bis 6. Jh.) wurden die germanischen Gebiete von den Sachsen erobert. Ein großer Wendepunkt unserer engeren Heimat war die Christianisierung durch die Franken. Erst nach jahrzehntelangen Kämpfen liessen sich unsere Vorfahren zum Christentum bekehren.(8. Jh.) Karl der Große erkor Elze zum Bischofssitz und gründete die Peter-Pauls-Kirche in seinem Königshof. Auch in der 'kaiserlosen, der schrecklichen Zeit (1279 - 1310)' hatte die Bevölkerung unserer engeren Heimat stark zu leiden. Die Ortschaften Assum, Bekum, Empne und Lehde wurden in dieser Zeit verwüstet. Die überlebenden aus Assum flüchteten nach Eime, Bischof Siegfried II. von Hildesheim, der viel für den Frieden und die Sicherheit tat, veranlasste die Bewohner von Bekum, Empne und Lehde sich auf der 'groinen Aue' niederzulassen und verlieh dem Orte um 1300 die Stadtrechte. (Gronaus Entstehung) 2 Bekumer Höfe wurden nach Eime verlegt.

Auch in Zeit der Stiftsfehde (1514 - 1519) als marodierende Landsknechte durch die Gegend zogen, wurde die engere Umgebung von Eime stark in Mitleidenschaft gezogen.
Kaum 100 Jahre später zeigte der 30-jährige Krieg in unserer Heimat eine verheernde Wirkung. (kaiserliche Heerlager - 'Tillyschlucht' bei Banteln, wie auch protestantische Heere sorgten für Verwüstung). Krankheiten und Seuchen (Cholera, Pest) kamen hinzu.

In den Napoleonischen Kriegen wurde Eime durch Feuersbrünste stark in Mitleidenschaft gezogen. Da Eime 1810 zum Königreich Westfalen gehörte, mussten einige Eimer Bürger im 'westfälischen Heer' unter Napoleon nach Russland ziehen. Sie kamen nicht mehr zurück.

Auch nach dem vereinten Sieg gegen Napoleon und den folgenden Jahren konnte man nicht sagen, daß die Eimer Bürger wohlhabend waren. Davon zeugt ein Eimer Sprichwort aus dem 19. Jh.:

'Eime ist ein Flecken, und wer nicht zu essen hat, kann darin verrecken.'

Weitere Kriege, 1871 gegen Frankreich, der 1. Und 2. Weltkrieg hinterließen in Eime Spuren. Zahlreiche Söhne und Väter verloren ihr Leben. Einschneidend wirkte sich für den Flecken Eime die Gebietsreform im Jahre 1974 aus. Die bis dahin selbstständigen Dörfer Dunsen, Deinsen, Deilmissen und Heinsen kamen zum Flecken Eime. Der Flecken wurde, wie auch andere Gemeinden, Teil der Samtgemeinde Gronau. Erst mit dem allgemeinem Aufschwung in Deutschland nach dem 2. Weltkrieg kam es auch in Eime zu einem gewissen Wohlstand, Neubaugebiete entstanden (Schachtweg, Bergstraße mit dem Gebiet unterm Knick, hinterm Schützenplatz, Am Ahornring, Akazienweg, Eschenweg und z. Zt. Am Pastor-Bauer-Weg), die Einwohnerzahl stieg auf fast 3000, so dass man 800 Jahre nach der ersten Erwähnung über Eime sagen kann:

Hier lässt es sich gut leben !


Aus dem Nachlaß des Pastors Bauer (geschrieben 1909)

(entnommen der Festschrift 750 Jahre Eime von 1959 - Überarbeitet und ergänzt von Rolf Möbius 2007)