Dreißigjähriger Krieg

Als in den Jahren 1660 und 1661 die Bürger von Eime beim Herzog Georg Wilhelm um Gewährung des Privilegiums des Brauens nachsuchten, erwähnten sie mehrfach die schweren Zeiten des 3ojährigen Krieges.

Einen tiefen Einblick in die Nöte jener Zeit gewährt uns ein Schreiben des P. Christophorus Blaneke, damals in Sibbesse, welches er am 19. Juni 1633 in Braunschweig schrieb und an die Konsistorial- und Kirchenräte rich tete und in welchem er von seinem Pfarramt um Versetzung bat. Er schreibt über das karge Auskommen, mit dem der Lebensunterhalt bestritten werden musste, von übergriffen und Feindseligkeiten der Soldaten, die teilweise überfielen, raubten und vergewaltigten.

Mit den übrigen Schrecken des Krieges verband sich oft noch verheerende Seuche, so besonders die Pest. Nachrichten hierüber liegen für Eime nicht vor. In den Pestjahren 1624 - 26 kamen in Gronau 686 Todesfälle vor. Es gab viele Witwen und Waisen. Von den 36 Bräuten, die im Jahr 1627 in der Kirche zu Gronau getraut wurden, waren 20 Witwen.

Die entscheidende Schlacht, welche auch für unsere Gegend dem Protestantis mus den Sieg brachte, war die Schlacht bei Hessisch-Oldendorf am 28. Juni 1633, in welcher auf kaiserlicher (katholischer) Seite General Merode die Führung der Truppen hatte, während auf schwedischer (protestantischer) Seite Herzog Georg von Braunschweig-Lüneburg die Truppen befehligte.
Dieser trug einen vollständigen Sieg davon, dessen baldige Folge die Einnahme von Hameln war.
Die vertriebenen lutherischen Prediger kehrten zurück. Der lutherische Gottesdienst wurde wieder eingerichtet. Die frohe Kunde von dem Siege der protestantischen Sache ist gewiß dem durch die Kriegsnöte schwer geprüften Pastor Daniel Ludovici in den letzten Tagen seines Lebens (14. August 1633) ein hoffnungsfroher Lichtstrahl gewesen. 15 Kriegsjahre erlebte dann sein Nachfolger P. Blancke als Pastor zu Eime-Sehlde.
Aus dem Nachlaß des Pastors Bauer

(entnommen der Festschrift 750 Jahre Eime von 1959)