Das Zeitalter Napoleons

Nachdem schon in den Jahren 1793-1795 Hannover im Krieg gegen Frank- reich ein Hilfskorps gestellt hatte, brach das Kriegselend von neuem über Hannover herein, als im Jahre 1803 der Krieg zwischen England und Frank- reich wieder ausbrach und die Franzosen in Hannover einrückten. Durch die Konvention von Sulingen am 3. Juni 1803 nötigte der französische General Mortier die Hannoveraner zur Räumung des Landes und zum Rückzug über die Elbe nach Lauenburg. Hannover wurde gezwungen, ein französisches Korps zu unterhalten und ungeheure Kriegskosten zu bezahlen.

Schwer lastete auf Eime die Einquartierung des 5. französischen Chasseur-Regiments im Jahre 1803.
Der ohnehin vom Krieg gebeutelte Flecken, vieles war durch Brand vernichtet, litt unter der Willkür der fremden Soldaten.
Die bestanden stets auf die besten Speisen und Getränke, die irgendwie noch zu beschaffen waren.
So kostete die Verpflegung allein von vier Offizieren am Tag 10 Taler. Was sie nicht bekamen, nahmen sie sich.
Viele Bürger sahen sich gezwungen, ihr Hab und Gut nach und nach zu verkaufen oder zu versetzen. So konnte man sich von Zwangseinquartierungen freikaufen. Denn viele hatten durch die Feuersbrünste kaum ein Dach über dem Kopf, geschweige denn Platz für zusätzlich einqaurtierte.

Dies hatte zur Folge, das auch Futter und Saatgut veräußert wurde, so das für das folgende Jahr die Not noch größer wurde.

Ein Schreiben des Pastors Köppel aus dem Juli 1805 beschreibt dies anschaulich :

[...] Der zeitige Pastor zu Eime darf bey seyner zahlreichen Familie und bey seinen geringen Einkünften, in der Regel nichts weiter als gewöhnliche Haus mannskost in seinem Hause statt finden lassen. Jede Mahlzeir besteht nur aus einer Schüssel, etwa Sonntags durch eine Suppe vermehrt. Die Speise bedürfnisse muß der Landhaushalt selber befriedigen; daher auch überall kein frisches Fleisch gekauft wird. Das Hausschlachten muß für die 2 nothwendigen Fleischtage in jeder Woche durch das ganze Jahr hinreichen. Die Ausgabe für Branntwein schränkt sich bloß auf die nöthigen Arbeitszuhülfen ein; denn Pastors Einziger Labetrunk bleibt ein einfaches Bier. Nun denke man sich den Contrast dieser fast ganz von Geldausgaben be freyten Beköstigung mit derjenigen, welche für die Herren Offiziere herbei geschafft werden mußte. Am Orte war nichts zu haben. Mehrere Boten waren beständig in Bewegung. Von ihnen hing größtentheils die Taxe ab. Was in den zur rechten Zeit angeschafften Vorräthen für billigen Preis gehalten werden darf, wurde nun willkürlich übertheuert usw. Gleichwohl fehlte zu Vorräthen das Vermögen; und die Ungewißheit der Dauer widerriet auch diese Beyhülfe.
Ist es nun wol zu bewundern, daß eine nach dem vorgeschriebenen Küchen- Zettel im Pfarrhaus zu Eime veranstaltete Mahlzeit vielleicht doppelt und dreyfach theuerer werden mußte als in einer Stadt, oder bey einem mit Vor räthen versorgten Speisewirthe? Manche Mahlzeit kostete inclusive des Weins, der immer aus Biergläsern getrunken wurde, selbst nach möglichst gemäßigtem Anschlage über 20 Thaler [...]
Aus dem Nachlaß des Pastor Bauer

(entnommen der Festschrift 750 Jahre Eime von 1959)