Wirtschaftliche Entwicklung

Landwirtschaft

Bereits im 12. - 14. Jh. wurden aus den Leibeigenen freie Bauern, welche die ehemaligen "Frohnhöfe" gegen Abgabe eines Pachtzinses pachten konnten. (Pachtzeit 6, 9 oder 12 Jahre)
Die Verpächter erhöhten nach Ablauf der Pachtzeit regelmäßig den Pachtzins, sodass mancher Pächter schlechter gestellt war, als zu Zeiten als Leibeigene.

Erst im 16. Jh. griffen die Landesfürsten ein, um die steuerliche Leistungsfähigkeit ihrer Bauern zu erhalten. So durften den Bauern nur noch bei Zinsversäumnissen, Hofverwüstungen, Verkauf oder Versetzung von Land - hier nach vorhergehender Kündigung und Abfindung - abgesetzt werden. Allerdings waren die Pächter verpflichtet in "ihrer freien Zeit" Fuhrleistungen, Waldarbeiten u.ä. für die Landbesitzer abzuleisten. Dabei hatten die "Herren" für die Tagesverpflegung zu sorgen. Der Aufschwung in der Landwirtschaft (für die Landwirte) erfolgte erst im 18. Und 19. Jh., als es den Pächtern ermöglicht wurde, das Pachtland zu kaufen.

Ende des 20. Jh. erfolgte nach "fetten" Jahren für die Landwirte ein starker Einbruch der finanziellen Erträge. Höfe unter 100 ha waren nicht mehr rentabel zu bewirtschaften.

Bestimmungen der Europäischen Union traten in Kraft (Zuckerverordnung usw.), so dass sich die Landwirte nach neuen Einnahmequellen umsehen mussten.

Die Idee von sogen. Bioenergie erschliesst den Landwirten mit vermehrtem Anbau von z. B. Mais und Raps zur Herstellung von "Biodiesel", neue Gewinne.

Gewerbe

Bereits im 14. Jh. Wurde die Mühle in Eime urkundlich erwähnt. Es musste ein "Erbmühlenzins" für die Nutzung des Wassers an das Amt Lauenstein gezahlt werden.
Im 18.Jh.wurde die jetzt noch bestehende Mühle neu gebaut und immer wieder auf den neuesten technischen Stand gebracht. 1941 wurde das alte Mühlrad stillgelegt und durch eine moderne Turnbine ersetzt. Mittlerweile ruht, wie in den meisten Mühlen in unserer Gegend, der Mühlenbetrieb. Diese Mühlen wurden durch Großbetriebe ersetzt.

Brauerei

1661 erwirbt Eime gegen den Widerstand der umliegenden Brauflecken Lauenstein, Hemmendorf, Salzhemmendorf und Wallensen das Braurecht. Umliegende Ortschaften waren verpflichtet, das Bier aus Eime zu beziehen.

Der Bau der Brauerei mit Ratskeller kostete so viel Geld, dass nie rentabel gebraut werden konnte. 1814 brachte die Brauerei nur 68 Taler und der Ratskeller nur 88 Taler Gewinn. 1854 wurde die Brauerei verkauft und der Braubetrieb eingestellt.

Marktprivileg

Am 16. März 1669 erhielt Eime das Privileg für 3 freie Jahrmärkte erteilt. Diese Märkte haben nie eine große Bedeutung gehabt. Nur der "Michaelismarkt" wurde noch zu Beginn des 20 Jh. abgehalten.

Molkerei

Bereits 1339 hatte man in Eime die Idee, eine Molkerei zu gründen. 1890 wurde diese Idee wieder aufgegriffen und in die Tat umgesetzt. Am 18.10.1892 wurde sie eröffnet und bereits am 1. Tag wurden 3000 l Milch angeliefert. Zur Molkereigenossenschaft gehörten die Dörfer Sehlde, Esbeck, Deilmissen, Deinsen, Dunsen, Marienhagen, Mehle, Bensdorf, Oldendorf,Ahrenfeld, Osterwald, Quanthof und Rittergut Heinsen.
Die Molkerei wurde immer wieder modernisiert und dem neuesten Stand angepasst. 1958 galt die Molkereri als Musterbetrieb.

Trotz allem fiel die Eimer Molkerei, wie viele andere auch, dem Zwang zur "Goßmolkerei" zum Opfer, so dass der Betrieb Ende 1968 eingestellt werden musste.

Kalischacht "Frisch Glück" Eime

Der am 30.06.1896 beschlossene und am 14.06.1900 begonnene Abbau von Kalisalzen sorgte für Wohlstand im Flecken Eime. Es fanden ca. 350 Menschen Arbeit. Diese neuen Arbeitsplätze sorgten für eine Vergrößerung der Einwohnerzahl. Durch größeres Steueraufkommen konnten in Eime nötige Baumaßnahmen, z. B. Straßenerneuerungen in Angriff genommen werden.
Nach dem 1. Weltkrieg verlor Deutschland das Kalimonopol, dadurch kam auch für "Frisch Glück" das Aus.

1921 wurde der Förderbetrieb und 1923 die Verarbeitung des Rohsalzes eingestellt. Eime verlor die größte Einnahmequelle, die es je besaß.

Wirtschaft und Gewerbe heute

Im 19. und zu Beginn des 20. Jh. entstanden in Eime Geschäfte wie Lebensmittelläden, Schlachtereien und Bäckereien. Es gab eine Drogerie und mehrere Handwerksbetriebe.
Gegen Ende des 20.Jh. entstanden überall Discountmärkte, die für die kleinen Geschäfte das Ende bedeuteten.

Heute gibt es in Eime 2 solcher Märkte. In jedem ist ein Bäckereibetrieb ansässig. In einem ein einheimischer Schlachter.

Im Gesundheitswesen ist in Eime ein Arzt, ein Zahnarzt, eine Massage - und eine Physiotherapiepraxis sowie eine Apotheke vorhanden..

An Handwerks- und Industriebetrieben besitzt Eime Friseure, ein Floristikgeschäft, ein Garten -und Landschaftsbaubetrieb, Klempnerei, Malerbetrieb, ein Unternehmen für Metallverarbeitung, ein Betrieb für Kies - und Erdarbeiten, eine Firma für Ersatzteillogistik, Raumausstatter und ein Geschäft für Fahrräder und Gartengeräte, eine Tischlerei, Betrieb für Kerzenherstellung, sogar eine Tankstelle. Am Nordostrand von Eime sind derzeit Bauplätze für Gewerbetreibende ausgewiesen.
Erwähnenswert ist auch, dass sich in Eime zwei Bankfilialen niedergelassen haben.


(entnommen der Festschrift 750 Jahre Eime von 1959 - Überarbeitet und ergänzt von Rolf Möbius 2007)